Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können. Viele Bautzener teilen ihre Erinnerungen mit dem Fotografen Rolf Dvoracek. Wie kaum ein anderer hat er über sechs Jahrzehnte das Leben und die Veränderungen in seiner Heimatstadt dokumentiert. Gemeinsam in Erinnerungen zu schwelgen, das machte wohl auch den großen Erfolg seiner diesjährigen Ausstellung im Museum Bautzen aus, die über mehrere Wochen verlängert werden musste. Und auch das Begleitbuch zur Ausstellung war schnell vergriffen. Dieses Buch mit kleinformatigen Fotos lieferte eigentlich nur die Erläuterungen zu den Fotografien, die großformatig in der Ausstellung zu sehen waren.

Nun finden sich etliche, aber nicht alle Bilder der Ausstellung in einem Bildband wieder. Dort spielen die Fotos erneut die Hauptrolle, die ihnen zukommt. Die sachkundigen, aber kurzgefassten Erläuterungen liefert die bekannte Denkmalpflegerin Christa Kämpfe. „Mein Bautzen“ heißt die Neuerscheinung aus dem Lusatia Verlag.

Milan Hrabals erstes Buch in deutscher Sprache

srjeda, 30. nowembera 2016 spisane wot:

Was haben Westdeutschlands Bürger in den zurückliegenden 67 Jahren aus Kreisen, die sich mit dem hohen „C“ schmücken, nicht alles erleben und erdulden müssen, wann hat sich die KOMMUNE jemals geschwisterlich ihrer Ursprünge erinnert und ihnen genähert, um einen Bund von Dauer zu wagen?

Die Bibliotheken der Menschheit horten einen riesigen Vorrat an Schriften, der Utopien nährt, menschliches Wissen mit Worten befördert. Allein die POESIE wird zur Herberge einer rational nicht fassbaren Unzerstörbarkeit.

Zu begrüßen ist ein Dichter aus der nächsten Nachbarschaft: Tschechien. Er heißt Milan Hrabal, wurde 1954 in Varnsdorf geboren, einer Grenzstadt im Dreiländereck Deutschland-Tschechien-Polen, wo sich die deutsch-sorbische Oberlausitz mit dem nordtschechischen Böhmen trifft.

„Bringen Sie Ihre eigene Lupe mit!“ Diesem heißen Tipp des Kurators Jürgen Matschie muss man nicht unbedingt Folge leisten, wenn man sich auf Entdeckungstour in die neue Sonderausstellung des Sorbischen Museums Bautzen begibt. „Wotmolowane – Mit Licht gemalt“ ist ihr Titel, und zu entdecken gibt es eine Menge auf den historischen Fotografien aus der sorbischen Lausitz von den Anfängen bis in die 1930er Jahre, wie es im Untertitel exakt heißt. Lupen gehören in diesem Fall zur Ausstattung der Schau selbst, und von ihnen Gebrauch machen muss man nicht, sollte man aber – da ist dem Ausstellungsmacher und Fotografiker zuzustimmen.

Über die DDR-Zeit gibt es in der sorbischen Geschichtsschreibung bis heute große Lücken, besonders zum Thema „Überwachung der Sorben durch den Staatssicherheitsdienst“. Das MfS hatte von Anfang an den Auftrag, den „nationalistischen Umtrieben“ unter den Sorben Beachtung zu schenken und ein Netz von IMs unter den Sorben aufzubauen. Dies hob Dr. habil. Timo Meškank auf der Buchpremiere seines neuen Werkes „Sorben im Blick der Staatssicherheit“ hervor, das vor Kurzem im Domowina-Verlag Bautzen erschien.

Der Leipziger Historiker, Sprachwissenschaftler und Privatdozent Meškank war selbst Mitautor der nicht genehmigten Zeitschrift „Serbski student“ in der Endzeit der DDR. Er stammt aus einer bekannten sorbisch-katholischen Intellektuellenfamilie.

Nach sechsjähriger Fleißarbeit umfangreichen Studiums Zehntausender Aktenseiten der Stasi und weiterer bisher nicht bekannter Unterlagen zur Nationalitätenpolitik der DDR sowie Lite­ratur und Quellen zum Thema legte er jetzt sein neues Buch vor.

Ein Windrad aufs Dach des Kritischen

srjeda, 31. awgusta 2016 spisane wot:

Wie so oft ist es mit dem Buchtitel so eine Sache. Dieser – „Windrad auf dem Dach“ – erschließt sich auf Seite 130. Bis dahin kommt man auch ohne die Erklärung aus. Denn es ist absolut vergnüglich, diese Erinnerungen zu lesen. Jurij Koch ist es gegeben, Dinge, Verhältnisse, Menschen liebevoll, mit einem ganz besonderen Taktgefühl zu beschreiben. Er würde nicht sagen: ein Kaff, er sagt: ein Dorf, das immer hundert Menschen hat. Er sagt nicht, sein Lehrer Simon hätte gestottert, er beschreibt ihn als jemand, der „sich unentwegt mit geschlossenen Augen die Silben von der Zunge pressen muss“. Keine Anekdoten mit Grinsepotenzial, lieber schreibt er seinen Lehrern ein Denkmal. Erinnert sich an bewegte Zeiten im ersten sorbischen Gymnasium, im Wohnheim „Zejler“, in seiner ersten Redaktion. Es geht um sein Leben ab den ersten fünfziger Jahren, und es ist ein ungewohnter Blick darauf. Jurij Kochs Sprache macht dieses Schauen zum Staunen. Sowohl für jemand, der die beschriebene Zeit noch kennt, als auch für Leute, denen das alles wie aus Sagen und Märchen vorkommen könnte.

Wild und ungezügelt, direkt und kraftvoll – aber auch rebellisch, drastisch, aggressiv und provokativ wirken seine Bilder auf den Betrachter. Neoexpressionistisch nennen das die Fachleute und manche vergleichen den Stil von Thomas Kern mit dem des afroamerikanischen Künstlers Jean-Michel Basquiat. Der Schrecken spielt bei beiden eine Rolle. Abschrecken können die Bilder auch – so sagte 2011 ein Dresdener Hausbesitzer kurz vor der Eröffnung die Ausstellung von dekern – wie er sich mit Künstlernamen nennt – ab und ließ die 70 Arbeiten abbauen. Thomas Kerns Initiationsgeschichte ist die eines Autounfalls, der den damals Siebzehnjährigen ins Koma katapultierte – und ihm von da an unzählige innere Bilder bescherte. Exzessives Malen war die Folge und das bestimmt das Leben des 46-Jährigen bis heute.

Viel kann geschehen in einem langen Schriftstellerleben. Zumal, wenn der Schreiber mehrere politische Epochen überlebt. Bilder entstehen dann, hartnäckig oder wankend, nicht selten etwas neben der Wahrheit. Jurij Brězan konnte davon ein Lied singen. Er tat es leise. Alles andere hatte seiner Meinung nach wenig Sinn. „Steht doch alles in meinen Büchern“, sagte er gern zu seiner Person. Wer hat sie alle gelesen, um ihn zu kennen, wer kennt ihn so gut, um über ihn zu schreiben? Viele sind das nicht, auch nicht in der Lausitz. Gut, dass es das Sorbische Institut gibt, gut, dass sein Direktor Dietrich Scholze Slawist, Sorabist und aufmerksamer Zeitgenosse von Brězan ist. Er schafft es mit Akribie in bester, wissenschaftlicher Manier, das Bild seines Landsmannes so zu zeichnen, dass es einem besonderen literarischen Werk gerecht werden kann. Wer Brězan kennt, muss „Bild des Vaters“ denken, an einen anderen Versuch, einer Person und ihrer Wirklichkeit so nah wie möglich zu kommen.

Im Bautzener Domowina-Verlag erschien rechtzeitig zur Leipziger Buchmesse in deutscher und sorbischer Sprache ein Bildband der Reihe sorbische Fotografen mit dem Titel „Gerald Große – Lausitzer Fotografien – Wobrazy z Łužicy“. Diesmal steht im Mittelpunkt das Schaffen des Diplom-Fotografikers Gerald Große, der heute in Wien lebt. Dabei konzentriert sich Herausgeber Jürgen Matschie auf Schwarz-Weiß-Fotos, die sein Berufskollege in der Zeit von 1957 bis 1990 in der Lausitz schuf.

Eine Stadt entwickelt sich. Da gibt es Neubau und auch Verfall. Veränderungen, die in unserem Gedächtnis verblassen, je länger sie zurückliegen. Das Heute ist präsent, doch wie sah das Gestern aus? Diese Frage weckt nicht nur Neugier nach dem, was einst war, sondern ist eine ausgezeichnete Begleiterin durch die neue Sonderausstellung „Rolf Dvoracek. Die Suche nach dem perfekten Augenblick. Bautzen in Fotografien aus sechs Jahrzehnten“ im Museum Bautzen.

Die Ausstellungsmacher Hagen Schulz und Ulrike Telek konnten auf das reiche Archiv des Bautzener Bildjournalisten Rolf Dvoracek zurückgreifen, der im vergangenen Jahr seinen 80. Geburtstag feierte. Dvoracek ist nicht nur älteren Lesern der hiesigen Sächsischen Zeitung oder der sorbischen Zeitung Nowa doba ein Begriff für fotojournalistische Qualitätsarbeit. Seine einfühlsamen Porträtfotografien von bedeutsamen Zeitgenossen waren ebenso ein Markenzeichen in der Bautzener Kulturschau.

Am Anfang war nicht das Ei

srjeda, 24. februara 2016 spisane wot:

Die Frage, was zuerst war, Huhn oder Ei ist schwerlich zu lösen. Dass das Ei aber vielleicht nicht am Anfang aller Verzierung stand, die heute so typisch für sorbische Ostereier mit ihren Dreieck- und Strahlen-Mustern scheint, das zeigt die neue Sonderausstellung des Sorbischen Museums in Bautzen. Museumsmitarbeiterin Andrea Paulick hat sich auf die Spuren der Muster begeben und stellt das, was sie gefunden hat, uns nun unter dem Titel „Sonnenrad und Wolfszähne. Verzierte Ostereier aus der Lausitz“ vor.

nawěšk

  • Jara awtentiske běchu poskićenja ansambla Zabava z Ruskeje.
  • Na zahajenju festiwala štwórtk w Budyskim NSLDź počesćichu přitomni Juraja Kubánku (3. wotprawa) z trójnej serbskej sławu.
  • Hosćo z Peruwa zbudźichu ze swojimi přewšo pisanymi kostimami tójšto zajima.
  • Pólski cyłk z Bolesławieca na štwórtkownym swjedźenskim ćahu k zahajenju festiwala "Łužica 2019" po Budyšinje
  • Algeričenjo na jewišću NSLDź
  • Rejwarjo z Boliwiskeje
  • XIII. mjezynarodny folklorny festiwal "Łužica 2019" je zahajeny. Tule namakaće impresije z prěnich wustupow wobdźělenych skupin. Tule předstajichu skupiny štwórtk dopołdnja w Němsko-Serbskim ludowym dźiwadle hižo raz dźěćom swoje poskićenja, na wobra
  • Rejwarki a rejwarjo Serbskeho folklorneho ansambla Wudowor su zdobom hosćićeljo festiwala.
  • Rejwarki a rejwarjo z pólskeho Bolesławieca
  • Zajim zbudźi tež skupina ze Sewjerneje Makedonskeje
  • Dalši hosćićeljo łužiskeho mjezynarodneho festiwala: Serbska rejwanska skupina Smjerdźaca z hudźbnikami folklorneje skupiny Sprjewjan
  • Překwapjenka běchu mnohim wuměłcy z Peruwa.
  • Prěni raz spožčichu lětsa zarjadowarjo mjezynarodneho folklorneho festiwala wosebite myto a diplom za wurjadny wuměłski wukon. Jón dósta słowakski ansambl Bobańovci za swoju přirodnosć, awtentiskosć a originalitu.
  • Rejwarjo algeriskeho cyłka Couleurs d‘ Algerie
  • Boliwiscy rejwarjo a rejwarki w kostimach na jewišću
  • Boliwičenjo "in action"
  • Sobotu wječor běchu po Chrósćicach mnozy nadróžni muzikanća po puću.
  • Pólski młodźinski orchester z Leśnicy zahaji sobotny wječor na farskim dworje.
  • Tójšto ludźi zhromadźi so na programy na jewišću při gmejnskim zarjedźe ...
  • ... a wobhlada sej poskićenja skupin.
  • Na Koklic statoku předstajichu so tež čłonojo skupiny Wotała. Wšitcy z nich su bywši rejwarjo Smjerdźečanskeje rejwanskeje skupiny.
  • Smjerdźečanscy rewjarjo na jewišću pola Koklic
  • Pohlad z jewišća na dwór Wjeselic statoka
  • Na Zahrodnikec-Grutekc statoku pokaza mjez druhim tež Slepjanski folklorny ansambl dźěle swojeho programa.
  • Tež Slepjanscy wuměłcy hižo zahe na dorost mysla.
  • Wšitcy sobuskutkowacy słowakskeho ansambla Bobańovci zamóža znajmjeńša jedyn instrument piskać, spěwać a rejwać.
  • Na Kralec statoku knježeše čiła atmosfera.
  • Schow před krótkim dešćom pytachu sej tež hosćo na Kilankec statoku pod wulkimi předešćnikami.
  • Pólscy hosćo z pokazku ze swojeho programa na Kilankec statoku
  • Wo tym, zo bě sej na lětuši festiwal sobotu a njedźelu do Chrósćic wjac hosći dojěło hač hewak, swědčachu kopate połne parkowanišća.
  • Kultura zwjazuje, kaž tule Smjerdźečanskej rejwarce a algeriskeho rejwarja.
  • Sčasami nimale přepjelnjeny bě Koklic statok.
  • Wudworscy při poslednich přihotach na sobotny wustup na farskim dworje.
  • Wudworscy na farskim dworje
  • Jewišćo při gmejnje bě stajnje derje wopytane.
  • Rjanolinki-rejwarki Smjerdźečanskeje rejwanskeje skupiny
  • Serbska reja je jewišću při gmejnje tójšto pasantow do rejki prosyła.
  • Lóze hólcy wječor na jewišću Zahrodnikec-Grutkec statoka
  • Kabaretna skupina Lózy hólcy pokazachu přitomnym we wobłuku programa "Chróšćan special" na Zahrodnikec-Grutkec statoku, zo njejsu w běhu lět ničo zabyli
  • Na Wjeselic statoku zahudźi skupina NIMO ...
  • ... band wokoło Brězanec bratrow Józefa a Jana.
  • Tež němska skupina Slapstickers pokaza, što zamóže.

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