Vom Lachen der Brigadiere

srjeda, 30. meje 2018 spisane wot:

„Kunst und Kohle“ in der Energiefabrik Knappenrode wirft einen faszinierenden Blick auf DDR-Auftragskunst.

Derzeit erlebt die Erinnerungskultur zur alltäglichen Lebenswelt der DDR sowie zur radikalen Transformation der ostdeutschen Gesellschaft nach 1989 einen Paradigmenwechsel. Politikerinnen wie die Staatsministerin für Gleichstellung und Integration Petra Köpping (SPD) in Sachsen stellen erstmals offen die Frage nach den Verlusterfahrungen und emotionalen Verletzungen der arbeitenden Bevölkerung Ostdeutschlands im Zuge der deutschen Wiedervereinigung und nach deren unaufgearbeiteten Nachwirkungen bis heute. Zuletzt hat die Migrationsforscherin Naika Foroutan mit der These aufhorchen lassen, Ostdeutsche und Migranten teilten im heutigen Deutschland sehr ähnliche strukturelle Marginalisierungserfahrungen.

Gleich hinter dem Heimatmuseum Dissen beginnt sie – die Zeitreise ins slawische Mittelalter: Familien in schlichten Leinen- und Wollkleidern, Krieger in voller Kampfrüstung, aber auch Edelleute in feinen Gewändern haben hier ihr Lager aufgeschlagen. Im Schatten der Zelte, Sonnensegel und Grubenhäuser herrscht geschäftiges Treiben. Nur wenige Schritte bringen die Besucher am letzten Mai-Wochenende mehr als 1000 Jahre zurück – in eine Zeit, in der das Feuer noch mit Feuerstahl und Stein entzündet wurde, wo die Spindel tanzte und der Stoff am Gewichtswebstuhl aufwendig hergestellt werden musste sowie auf dem Speiseplan oft ganz andere Gerichte zu finden waren als in der heutigen heimischen Küche.

Die Sorben finden in der belletristischen Literatur bis auf wenige Ausnahmen – so ist es bisweilen möglich, bei Jens Sparschuh oder mittelbar natürlich bei Otfried Preußler über die Lausitzer Ureinwohner zu stolpern – kaum statt. Zumindest, solange die Autoren nicht selbst slawische Wurzeln haben oder aber aus der Region stammen. Dieter Kalka, selbst aus dem thüringisch-sächsischen Grenzland stammend, bislang vorwiegend als Dramatiker, Librettist, Liederschreiber und Lyriker hervortretend, wollte nicht nur einen spannenden historischen Roman niederschreiben, sondern zugleich „den im frühen Mittelalter zwischen Elbe und Oder untergegangenen Völkern“ ein literarisches Denkmal setzen. Nun, von diesen sind die Sorben noch recht lebendig, jedoch dürfte sein Ansatz unter deutschsprachigen Schriftstellern einzigartig sein. Mit „Sudička“ ist ihm ein Werk gelungen, welches nicht nur ein realitätsnahes Zeitgemälde, sondern auch eine dem heutigen Zeitgeist entsprechende Lektüre für Liebhaber (gar nicht mal so) fantastischer Literatur, wie sie etwa George R. R.

Ausstellung von Fotografien als Zeitreise

srjeda, 28. februara 2018 spisane wot:

Die Ausstellung „Heimat – Domizna 1992 – 2017. Katholische Sorben in der Oberlausitz“ wurde am 21. Februar im Bautzener Haus der Sorben eröffnet. Der Fotograf Andreas Varnhorn aus Frankfurt am Main präsentiert darin Bilder, die er 1992 aufgenommen hat. Letztes Jahr kehrte er zurück, um einige der Personen, welche er damals abgelichtet hatte, erneut zu porträtieren. Daraus entstand eine überaus interessante Werkschau, welche nicht nur durch die dem zeitlichen Abstand geschuldeten Veränderungen der Abgebildeten, sondern auch durch den technischen Kontrast – die älteren Fotografien sind schwarzweiß, die neuen hingegen in Farbe – besticht. Die Ausstellung darf daher durchaus als künstlerische Dokumentation bezeichnet werden. Außer den Exponaten, welche sich aus gerahmten Original-Barytabzügen, Reprints auf Aluminium-Dibondplatten und den aktuellen Porträts zusammensetzen, sind auch textliche Beschreibungen der abgelichteten Personen sowie deren niedergeschriebene Gedanken zum Thema „Was bedeutet Heimat“ Teil der Exposition.

Vogelhochzeit international

srjeda, 31. januara 2018 spisane wot:

Nach dem letztjährigen Jubiläumsspektakel zur 60. Abendvogelhochzeit des Sorbischen National-Ensembles (SNE), das als eine Revue Höhepunkte aus sechs Jahrzehnten lose miteinander verknüpfte, haben sich die Verantwortlichen dieses Jahr wieder für ein abgeschlossenes Szenarium entschieden. Autor­ Wito Böhmak, der bereits mehrere ­Libretti für das SNE verfasst hat, entwickelte die Idee zu „Spurensuche“, welche er zusammen mit dem Regisseur Marian Bulang und dem Komponisten Andreas Pabst zu einer musikalisch-tänzerischen Weltreise ausbaute.

Fotografische Überraschungen „IM MOMENT“

srjeda, 27. decembera 2017 spisane wot:

Wer auf Überraschungen aus ist, möge nach Görlitz fahren. Im dortigen Kunsthistorischen Museum ist seit Mitte November die Ausstellung „IM MOMENT“ zu sehen. Eine nach Zahl der Bilder, Fotografen und Vielfalt der Handschriften so umfangreiche Ausstellung hat die Lausitz lange nicht erlebt.

Fotografen von unterschiedlichem Alter,­ Herkunft und Bildauffassung sind mit ihren Werken in solcher Eintracht versammelt, dass der Betrachter meint, dies sei eigens für diesen Anlass zusammengestellt. Die Fotografien halten die Zeit fest, sie sind der bildliche Nachlassverwalter. Andererseits erzählen sie über Veränderungen. Das vermag auch dank der thematischen Breite die Görlitzer Ausstellung, zu der 39 Bildautoren beitrugen. Der Besucher aus der zweisprachigen Oberlausitz, der sein Auge im Besonderen auf Fotografen aus dem Dreieck Kamenz–Bautzen–Weißwasser richtet, wird zufrieden sein.

„Ein Röslein ist mir erblüht“

srjeda, 29. nowembera 2017 spisane wot:

Die im Herbst dieses Jahres erschienene, von der Stiftung für das sorbische Volk herausgegebene CD „Mi róžička je za­kćě­ła“ (Ein Röslein ist mir erblüht) des einzigen professionellen sorbischen Countertenors Stephan Noack bietet Liebhabern des höchsten männlichen Registers einen interessanten Überblick über hiesige Volks- wie Kunstmusik. Insgesamt sind 26 Lieder in obersorbischer Sprache vertreten, wobei es sich größtenteils um spezielle Bearbeitungen handelt. Dem Sänger standen während der Aufnahmen, die im Zeitraum vom 23. Februar bis zum 17. Mai 2017 in Dresden unter der Leitung von Johannes Gerstengarbe stattfanden, die Sopranistin Daniela Haase, die Flötistin Marie-Luise Fritzsche, die Pianistin Gina Hentsch sowie der Cellist Helfried Knopsmeier zur Seite. Die Letztgenannten zeichnen zudem für den Hauptteil der Neuarrangements verantwortlich, weitere stammen von Jan Bulank und Jan Cyž.

Wenn es so etwas wie eine sorbische Nationalerzählung gibt, ein Leitmotiv des eigenen Selbstverständnisses, quasi die Muttermilch sorbischer Sozialisation, dann ist es die Rede vom drohenden eigenen Aussterben – der Sprache, des Volkes, der Kultur. Dieses – von deutscher Seite jahrhundertelang prophezeite – vermeintliche Schicksal abzuwenden gilt alles Handeln.

Krabat: Realität und Mythos

srjeda, 27. septembera 2017 spisane wot:

Die neue Sonderausstellung des Bautzener Sorbischen Museums, welche am 17. September feierlich in Anwesenheit unter anderem des tschechischen Generalkonsuls Jiří Kuděla, der Botschaftssekretärin der Republik Kroatien Petra Radić sowie der sächsischen Landtagsabge­ordneten Marko Schiemann (CDU) und Heiko Kosel (Linke) eröffnet wurde, ist unter der Überschrift „Krabat – Mensch. Mythos. Marke.“ dem kroatischen Gar­disten Janko Šajatović gewidmet, der im Laufe der Jahre zur wohl bekanntesten sorbischen Sagengestalt wurde. Die dreigliedrige Exposition beleuchtet die historischen Hintergründe sowie das zeitgenössische Umfeld des in Sachsen als Johann von Schadowitz zunächst in der kurfürstlich-sächsischen „Leibgarde Kroaten zu Ross“ wirkenden späteren Generaladjutanten am Hofe König August II. des Starken. Anhand von Dokumenten, Porträts, Waffen sowie eines Standbildes eines Reiters in originalgetreu replizierter Uniform der damals „Crabaten“ genannten Mitglieder der frühneuzeitlichen Kavallerie nähert sich die Ausstellung der Person Šajatovićs.

Das Buch „Unter Sachsen“ aus dem Berliner Christoph Links Verlag mag zu kontroversen Diskussionen anregen. Der gebürtige Bautzener Arndt Ginzel jedoch dokumentiert, wie in Bautzen Hass gegen die sorbische Minderheit und Gewalt gegen Flüchtlinge entstand, ein schmerzliches Kapitel aus der jüngeren Geschichte. Eine Leseprobe:

Später am Abend auf der Schäfferstraße: Der rechte Aufmarsch setzt sich wieder in Bewegung. Entlang der Strecke stehen Gegendemonstranten, die Plakate mit „Bautzen bleibt bunt“ oder „Kein Mensch ist illegal“ in den Abendhimmel strecken. Ein junger Mann – Typ Student – schwenkt eine sorbische Nationalfahne. Im Stadtzentrum von Bautzen waren Graffitis aufgetaucht: „Hooligans gegen Sorben“. Die rechte Szene orientiert sich offenbar am Motto westdeutscher „Hooligans gegen Salafisten“.

nawěšk

  • Katolscy wěriwi swjeća dźensa wysoki swjedźeń Božeho ćěła. W nimale wšitkich serbskich wosadach, kročachu procesiony, zwjetša přewodźane wot dujerjow, k wonkownym wołtarkam. Sobu na čole procesionow dźěše wjele serbskich družkow. Tójšto dalšich holco

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