Miteinander – zwei Beispiele

Mittwoch, 27. Februar 2019 geschrieben von:
Axel Arlt

Wenn an dieser Stelle ein Rückblick auf den zurückliegenden Monat gestattet ist, so sind aus dem sorbischen Leben zwei Ereignisse zu nennen, die besonders erwähnenswert sind. Beide hat es in dieser Form noch nicht gegeben. Deshalb können sie für die Zukunft des sorbischen Miteinanders beispielhaft sein.

In Sorge um das Haus der Sorben

Mittwoch, 30. Januar 2019 geschrieben von:
Axel Arlt

Die Sorbische Kulturinformation im Haus der Sorben am Bautzener Postplatz soll wieder einmal umziehen. Dem zumindest haben die sorbischen/wendischen Mitglieder des Rates der Stiftung für das sorbische Volk im November 2018 zugestimmt. Wenn für das Sorbische Institut und das Sorbische Kultur­archiv ein neues Domizil am Lauengraben entsteht, könnte diese Lage ebenso der Sorbischen Kulturinformation einen größeren Publikumsverkehr bescheren.

Wieder einmal, so könnte man sagen, halten es die Verantwortlichen der sorbischen Stiftung für geboten, der Sorbischen Kulturinformation einen Umzug zu empfehlen. Das letzte Ansinnen benannte die Röhrscheidtbastei des Sorbischen National-Ensembles als neuen Standort. Und wie in diesem, von einigen längst vergessenen Fall, bleibt eine Frage derzeit erneut unbeantwortet: Was geschieht mit dem Haus der Sorben?

Neu, und doch nicht ganz neu

Donnerstag, 27. Dezember 2018 geschrieben von:
Milenka Retschke

Endlich, endlich ist es so weit – lang erwartete Ergebnisse werden präsentiert. Alle sind neugierig und dann? Wussten wir bereits! Wir haben kaum anderes erwartet! So oder ähnlich könnte man denken, sind die Reaktionen auf die Evaluierung der Vermittlung der niedersorbischen Sprache im Primarschulbereich, das heißt in Schulen mit niedersorbischem Sprachunterricht Brandenburgs von der 1. bis 6. Klasse, gemeint. Prof. Dr. Eduard Werner, Direktor des Instituts für Sorabistik an der Leipziger Universität und Verantwortlicher für das Projekt Evaluierung, verkündete unlängst Zahlen, Daten und Fakten. Die Zuhörer quittierten die vermittelten Ergebnisse meist mit einem Achselzucken. Außer Spesen nichts gewesen? Ganz so ist es nicht.

Die Nerven angespannt

Mittwoch, 24. Oktober 2018 geschrieben von:
Marko Wenke

Am 27. Oktober läuft eine Frist ab, wie es sie so bei den Sorben noch nie gegeben hat: Bis zum Samstag haben die Menschen in der Lausitz und faktisch in ganz Deutschland Gelegenheit, sich in die Wählerliste für die Wahl des Serbski Sejm, des ersten frei gewählten Parlamentes des kleinsten slawischen Volkes der Welt, eintragen zu lassen. Einzige Voraussetzung ist das Bekenntnis zum sorbischen Volk bzw. zu den eigenen sorbischen Wurzeln.

Ich kann mich nicht entsinnen, wann zuletzt ein und dasselbe Problem die Sorben so entzweit hat. Natürlich haben die Initiatoren völlig recht, wenn sie beklagen, dass den Sorben Lehrer, Geistliche und Politiker fehlen. Gleichwohl bleiben sie bislang die Antwort schuldig, wie sie das ändern wollen. Die immer wieder gehörte Antwort: Lasst uns den Sejm doch erst mal wählen, dann bekommen wir alles geregelt, ist wohl ein wenig dürftig. Etwas anderes habe ich aber bislang nicht gehört. Die Argumente haben fast schon etwas Ideologisches: Man muss es nicht verstehen, man muss es einfach glauben.

Sorbische Sicht bereichernd

Mittwoch, 26. September 2018 geschrieben von:
Axel Arlt

„Quo vadis, Lausitz?“ hieß der Titel einer zweitägigen Konferenz in Senftenberg, mit der nun auch die sorbische Seite in die Diskussion zur Strukturentwicklung in der Lausitz eingestiegen ist. Nichtsorbische, aber unserem Volk, unserer Sprache und Kultur wohlgesonnene deutsche Teilnehmer fanden dafür anerkennende Worte. Sie lobten, dass sich die Sorben und Wenden nun erstmals in der Öffentlichkeit positionieren. Diese Reaktionen zeigen deutlich, dass dieser Landstrich mit dem angestammten Siedlungsgebiet unseres Volkes ein immenses und oftmals nur ungenügend genutztes Potenzial aufweist. Dieses sollte einfließen in alle Überlegungen für jene Zeit in der Zukunft, da keine hiesige Braunkohle weder gefördert noch verstromt wird.

Ein Umdenken ist notwendig

Mittwoch, 29. August 2018 geschrieben von:
Axel Arlt

Die Partei Die Linke in Sachsen tut sich schwer damit, ihren sorbischen Mitgliedern eine selbstbestimmte, gleichberechtigte Teilhabe zuzugestehen, wenn es um die Kandidaten für jene Plätze der Landesliste geht, die nach der Landtagswahl ein Mandat im nächsten sächsischen Parlament verheißen.

Wenn die Landessatzung der sächsischen Linkspartei im Paragraf 7 fordert, dass die Repräsentanz und Mitwirkung der sorbischen Minderheit im Meinungs- und Willensbildungsprozess der Partei zu fördern ist, dann gilt das uneingeschränkt für die Landesliste zur Landtagswahl. Doch die Begehrlichkeiten nach einem gut dotierten Abgeordnetenmandat sind in den Kreis- und Stadtverbänden der Partei zu groß, um diese eigentlich solidarische Selbstverpflichtung mit Leben zu erfüllen. Das war auf dem Landesparteitag am 25. August in Hoyerswerda erneut zu erleben.

Es bewegt sich etwas!

Mittwoch, 25. Juli 2018 geschrieben von:
Janek Schäfer

Mit Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) ist in Sachsen eine gewisse andere Art der Politik – auch den Sorben gegenüber – festzustellen. Hatte man bisher das Gefühl, über sorbische Belange und Interessen werde eher hinter verschlossenen Türen verhandelt, geht der neue Mann an der Spitze Sachsens ganz andere Wege: Konsequent an die Öffentlichkeit. Sorbische Themen werden viel entspannter und öffentlicher angesprochen und diskutiert. Darauf haben einige Verantwortungsträger lange warten müssen. Bereits unter der Regierung von Stanislaw Tillich hatten sie auf diesen Schritt gehofft. Er aber blieb aus, obwohl der ehemalige Premier sehr gute Beziehungen ins Haus der Sorben pflegte. Um so besser, dass es sein Nachfolger nun geschafft hat. Mit seiner offenen Gesprächsform hat Kretschmer eine Qualität erreicht, mit der er die sorbische Problematik auf eine höhere Ebene hebt. Aber auch hinsichtlich der allgemeinen Politik in Sachsen scheint er begriffen zu haben, dass es ohne das Volk nicht geht.

Aufgabe, die bestehen bleibt

Mittwoch, 27. Juni 2018 geschrieben von:
Robert Lorenz„An drei Tischen diskutierten insgesamt etwa 30 Bürgerinnen und Bürger, Kommunalpolitiker und Sorben über Gegenwart und Zukunft.“ Manchmal genügt ein Satz, um ein Problem deutlich zu umreißen. Wie diese bemerkenswerte Aufteilung der Bautzener Bürgerschaft aus der Pressemeldung der Stadt Bautzen zur Veranstaltung „Kultur und Sorben“ am 4. Juni. Hier ging es um das künftige Leitbild von Bautzen. Wäre das Sorbische tatsächlich in dem Maße selbstverständlich für die „Hauptstadt der Sorben“, wie es immer wieder gern von verschiedener Seite betont wird, müsste man es wohl nicht zum Sonderpunkt beim Austausch über die „weichen Standortfaktoren“ erklären. Dann wäre es ein normales Element jeder der insgesamt acht Leitbild-Themenrunden von Wirtschaft bis Vereinsleben. Doch leider sind wir von einem solchen Zustand in Bautzen noch immer weit entfernt und das Sorbische fand sich einmal mehr in zunächst sicherlich guter Absicht exotisiert und zum Sonderthema stilisiert.

Die Arbeit könnte beginnen

Mittwoch, 30. Mai 2018 geschrieben von:
Axel Arlt

Es war mein erstes Wörterbuch, das mir helfen sollte, den niedersorbischen Wortschatz zu ergründen. Bogumił Šwjelas kleines Deutsch-Niedersorbisches Taschenwörterbuch von 1953, wie auch seine 1961 und 1963 erschienene Edition Dolnoserbski-Němski słownik (Niedersorbisch-Deutsches Wörterbuch), waren bis in die 1980er-Jahre beliebte handliche Nachschlagewerke. Šwjela blieb es zu Lebzeiten verwehrt, diese Wörterbücher gedruckt als praktisches Ergebnis akribischer Wortsammlungen zu sehen.

Sein umfangreich zusammengetragenes Material zum niedersorbischen/wendischen Wortschatz, zur Rechtschreibung, Grammatik und den Flurnamen im damaligen Kreis Cottbus hat er der Nachwelt in Büchern und anderen Beiträgen hinterlassen. Welch ein Reichtum! Davon profitieren heute auch all jene in der Niederlausitz, die sich in ihren Gemeinden wieder für die historischen niedersorbischen Flurnamen interessieren. Das ist gewiss ein Aspekt im Leben und Schaffen dieses Patrioten.

Politik – Schritt für Schritt

Mittwoch, 25. April 2018 geschrieben von:
Milenka Retschke

Sollte der Titel des ersten sorbischen Digitalen Lehrbuchs „Sorbisch Schritt für Schritt lernen – Rechtschreibung und Grammatik“ wegweisend für die Zukunft sein? Vor allem sorbische Besucher erlebten ein ungewöhnlich großes Aufgebot von Politikern. Sie wollten die Vorstellung des neuen Lehrbuchs erleben. Das gab es in Sachsen bisher eher selten.

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